
Eine vom Rhein geprägte Landschaft zwischen drei großen Gebirgsmassiven
Die Geografie des Oberrheins ist durch eine breite, überwiegend in Nord-Süd-Richtung verlaufende Ebene geprägt, durch die der Rhein fließt. Sie wird von den Gebirgsmassiven der Vogesen, des Schwarzwalds und des Jura umgeben.
Der Rhein durchfließt oder grenzt an sechs Länder, bevor er in die Nordsee mündet. Von seiner Quelle in den Schweizer Alpen bis zu seiner Mündung in den Niederlanden verbindet er Gebiete mit vielfältigen Landschaften und unterschiedlichen Nutzungsformen.
Als echte natürliche, wirtschaftliche und kulturelle Achse Europas ist der Rhein zugleich ein gemeinsamer Fluss, dessen grenzüberschreitende Bewirtschaftung und Schutz auf der Zusammenarbeit der Anrainerstaaten beruhen.
Mit einer Gesamtlänge von 1.233 km entwässert der Rhein ein Einzugsgebiet von 185.000 km² und erreicht einen Abfluss von bis zu 2.300 m3/s.
Dieser Fluss gibt einem ganzen grenzüberschreitenden Gebiet seinen Namen: dem Oberrhein. Auf diesem Abschnitt fließt er über eine Länge von 318 km von Süden nach Norden und bildet dabei zunächst die Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz und anschließend die Grenze zwischen Deutschland und Frankreich.
Neben seiner Eingenschaft als Grenzfluss zwischen mehreren Staaten hinaus erfüllt der Rhein zahlreiche weitere Funktionen.
Zunächst ist der Rhein eine wichtige Achse der Binnenschifffahrt: Die Häfen am Oberrhein bilden den südlichen Abschnitt eines durchgehenden Verkehrskorridors bis nach Rotterdam. Sie sind häufig an das Schienen- und Straßennetz angebunden und dienen als Standorte für Industrie und Tourismus.
Der Fluss wird auch zur Energieerzeugung genutzt, mit 41 Wasserkraftwerken und einer installierten Gesamtleistung von fast 2,3 GW:
- 11 Kleinwasserkraftwerke mit einer Leistung von 1 bis 10 MW
- die überwiegende Mehrheit (23) sind mittelgroße Kraftwerke mit einer Leistung von 10 bis 100 MW
- 7 Großkraftwerke mit einer Leistung von über 100 MW
Wie der Fluss selbst ist auch die Energieerzeugung grenzüberschreitend verteilt: 19 Kraftwerke liegen in Frankreich, 12 in Deutschland und 10 in der Schweiz.
Der Rhein ist zudem von großer Bedeutung für die Biodiversität. Entlang seines gesamten Verlaufs sind zahlreiche Auenwälder und Feuchtgebiete als grenzüberschreitende "Ramsar-Gebiete" ausgewiesen. Auf der Karte sind sie blau schraffiert dargestellt. Es handelt sich um Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung.
Innerhalb dieses Bandes säumen Naturschutzgebiete und Waldschutzgebiete den Fluss. Sie sind auf der Karte in Hellgrün beziehungsweise Dunkelgrün dargestellt.
Darüber hinaus spiegelt sich der Reichtum der biologischen Vielfalt in diesem Gebiet in der Vielzahl von Natura-2000-Gebieten wider, die sich weit über den Fluss hinaus erstrecken. Auf der Karte sind die zum Schutz von Lebensräumen ausgewiesenen Gebiete hellgrün und die Vogelschutzgebiete türkis dargestellt.
Insgesamt umfassen die Schutzgebiete 4.516 km², was 21 % der Gesamtfläche entspricht. Davon liegen 365 km² innerhalb einer 1 km breiten Pufferzone beiderseits des Flusses.
Wie bei den Bereichen Energie und Verkehr wird auch dieser Schutz von den drei Ländern gemeinsam getragen, allerdings mit einer Einschränkung: Da Natura 2000 ein Instrument der Europäischen Union ist, ist die Schweiz nicht darin vertreten, und ihre Schutzgebiete unterliegen anderen Regelungen.
Das Relief wird von drei großen Gebirgsmassiven geprägt: den Vogesen in Frankreich, dem Schwarzwald in Deutschland und dem französisch-schweizerischen Jura.
Zwischen diesen Gebirgsmassiven erstreckt sich die Rheinebene, in der sich der Großteil der menschlichen Aktivitäten konzentriert.
Entdecken Sie in der folgenden Grafik die 22 höchsten Gipfel des Gebiets!
Aus den umliegenden Gebirgen fließen zahlreiche Flüsse in die Rheinebene. Sie münden in den Rhein, der Europa von Süden nach Norden durchquert und schließlich die Nordsee erreicht.
Ein Einzugsgebiet ist ein geografisch abgegrenztes Gebiet, aus dem Niederschlagswasser oberirdisch oder unterirdisch einem Fluss und seinen Nebenflüssen zufließt. Im gesamten Untersuchungsgebiet gibt es 45 Einzugsgebiete, von denen 4 grenzüberschreitend sind.
Nachfolgend ihre Aufteilung nach Ländern :
Die geologische Geschichte, das Wasser und auch menschliche Aktivitäten haben die Landschaften geprägt, die wir heute sehen. Dank des europäischen Erdbeobachtungsprogramms Copernicus erhalten wir hier einen umfassenden Überblick über die Bodenbedeckung.
CORINE Land Cover (CLC) ist ein biophysikalisches Inventar der Bodenbedeckung. Es wird durch die visuelle Auswertung von Satellitenbildern auf Grundlage einer Nomenklatur mit 44 Klassen erstellt. Die nachfolgend detailliert beschriebenen Daten stammen aus dem Jahr 2018.
Die landwirtschaftlichen Flächen nehmen 43 % der Gesamtfläche ein (9.400 km²). Dabei handelt es sich überwiegend um Ackerflächen, die für den Anbau einjähriger Kulturen, insbesondere von Getreide, genutzt werden. Sie erstrecken sich vor allem über die flachen Gebiete des Rheintals, von Rheinland-Pfalz (DE) im Norden bis zur elsässischen Ebene (FR) und nach Baden (DE), sowie weiter südlich bis in den Sundgau (FR). In der Schweiz sind sie weniger ausgedehnt und weisen kleinere Parzellen auf, insbesondere im Aargau und im Jura, wobei sie rund um Solothurn eher vereinzelt vorkommen.
Waldgebiete nehmen 44 % der Fläche ein (9.564 km²). Sie konzentrieren sich hauptsächlich auf die Gebirgsregionen:
- Pfälzerwald (im Nordwesten des Gebiets)
- Vogesen (im Westen des Gebiets)
- Schwarzwald (im Osten)
- Jura im Süden beziehungsweise Südwesten
Auch in der Ebene gibt es bedeutende Waldflächen: Der Hagenauer Forst nördlich von Straßburg und der Hardtwald bei Mulhouse zählen zu den großen Waldgebieten der Ebene. Hinzu kommen die Auwälder entlang des Rheins.
Die Weinlagen an den Hängen und Vorbergen sind prägende Elemente der Landschaft des Oberrheins. Sie nehmen 2,5 % der Fläche ein, was etwa 537 km² entspricht.
Im Gegensatz zu den Wäldern bilden die Weinberge keine großen zusammenhängenden Flächen. Sie erstrecken sich vielmehr in schmalen Bändern in den Übergangszonen zwischen Ebene und Gebirge. Den größten Anteil nehmen die Vorbergzonen der Vogesen im Elsass und des Schwarzwalds in Baden ein. Sie liegen sich auf beiden Seiten des Oberrheingrabens nahezu symmetrisch gegenüber. Hinzu kommen der Kaiserstuhl, ein isoliertes Vulkanmassiv in der Ebene, sowie das bedeutende Weinbaugebiet der Pfalz im Norden.
Die Siedlungs- und Verkehrsflächen nehmen 11,4 % des Gebiets ein, was rund 2.400 km² entspricht. Sie umfassen hauptsächlich besiedelte Räume mit einer zweigliedrigen Struktur:
- einige sehr ausgedehnte Ballungsräume: Basel, Mulhouse, Colmar, Freiburg im Breisgau, Straßburg, Offenburg und Karlsruhe
- eine dichte Streuung von Kleinstädten und Dörfern, die die gesamte Ebene bedecken.
Die Bebauung folgt den wichtigsten räumlichen Achsen des Gebiets: dem Rheinkorridor, den Vorbergzonen und den Tälern. Die Gebirgsmassive sind dagegen weitgehend von der Urbanisierung ausgenommen. Im Raum Basel erstreckt sich der zusammenhängende Ballungsraum über alle drei Länder.
Nun können Sie die Daten mithilfe der unten angebotenen interaktiven Werkzeuge selbst erkunden. Sie können eine Verwaltungseinheit direkt in der Grafik oder auf der interaktiven Karte auswählen, die Legende als Filter verwenden oder die Daten nach Kategorien der Bodenbedeckung sortieren.
